Notes
Paris ist die Hauptstadt Frankreichs und seit dem 19. Jahrhundert eines der prägenden Zentren der westlichen Kunst-, Literatur- und Filmgeschichte. Der Louvre, einst königlicher Palast und seit 1793 Museum, beherbergt Werke wie die Mona Lisa und die Venus von Milo und zählt zu den größten Kunstmuseen der Welt; das 1986 eröffnete Musée d'Orsay in einem ehemaligen Bahnhof widmet sich dem Impressionismus und Postimpressionismus mit Werken von Monet, Degas und Van Gogh. In Vierteln wie Montmartre und Montparnasse lebten und arbeiteten im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert Künstler wie Picasso, Modigliani und Toulouse-Lautrec, während sich Paris in der Zwischenkriegszeit als Zentrum literarischer Emigration etablierte, etwa mit Ernest Hemingway, F. Scott Fitzgerald und Gertrude Stein. Auch der Film hat hier seine Wurzeln: Die Brüder Lumière führten 1895 im Grand Café ihre ersten Filme öffentlich vor, ein Gründungsmoment des Kinos.
Die Stadt ist zudem als Wiege existenzialistischer Literatur und Philosophie bekannt, verbunden mit Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir, die in Cafés des Viertels Saint-Germain-des-Prés verkehrten. Der Eiffelturm, 1889 für die Weltausstellung errichtet, und das 1977 eröffnete Centre Pompidou mit seiner sichtbaren Stahl- und Glaskonstruktion für moderne und zeitgenössische Kunst prägen bis heute das Stadtbild und seine Institutionen.
Im heutigen Paris bleibt das Centre Pompidou ein zentraler Ort für moderne Kunst, während das Musée d'Orsay und der Louvre weiterhin zu den meistbesuchten Museen der Welt gehören. Viertel wie Le Marais und Belleville haben sich als Zentren zeitgenössischer Galerien und Streetart entwickelt, und die Seine-Ufer sowie die großen Boulevards bleiben Schauplätze des öffentlichen kulturellen Lebens. Paris ist weiterhin ein wichtiger Standort für Filmproduktion und -kultur, was sich unter anderem in der Dichte an Programmkinos und der Pflege des filmhistorischen Erbes der Lumière-Brüder zeigt.